Lage der Branche: Strukturwandel im Werk
In Industrie- und Maschinenbauunternehmen ist HR-Arbeit eng mit dem Betriebsrat verflochten. Anhörungen, Betriebsvereinbarungen und Mitbestimmung bei Systemeinführungen gehören zum Tagesgeschäft, nicht zur Ausnahme. Schichtmodelle, Zeitkonten und Tarifentgelt bestimmen, was HR überhaupt entscheiden darf. Wer hier ohne Erfahrung im Werksumfeld antritt, verliert schnell das Vertrauen des Gremiums und damit die Handlungsfähigkeit.
Der Strukturwandel der Branche verstärkt das. Weg von klassischen Antriebstechnologien, hin zu Elektrifizierung und Software: Das erzeugt überdurchschnittlich viele Restrukturierungsprojekte mit Sozialplan-Bedarf, häufig in Betrieben, die seit Jahrzehnten nur gewachsen sind. Gleichzeitig müssen Qualifikationsprofile, Leistungsbeurteilung und Nachfolgeplanung neu gedacht werden, weil die Facharbeiterin von morgen andere Dinge kann als die von gestern.
Dazu kommt die Demografie. In vielen Werken geht in den nächsten Jahren ein großer Teil der Erfahrungsträger in Rente, während Nachwuchs schwer zu finden ist. Talent Management ist in dieser Branche keine Konzernübung, sondern die Frage, ob die Linie in fünf Jahren noch läuft.
Typische HR-Auslöser in Industrie und Maschinenbau
Drei Situationen, in denen Werke erfahrungsgemäß eine Interim-HR-Führung holen:
Die Betriebsänderung
Ein Bereich wird verlagert oder verkleinert. Interessenausgleich, Sozialplan, Sozialauswahl und Massenentlassungsanzeige stehen an, und niemand im Haus hat das schon einmal gemacht.
Die Vakanz im Werk
Die Personalleitung geht in Rente oder wechselt. Schichtpläne, Anhörungen und Tarifrunde laufen weiter, die Nachfolge braucht Monate.
Der stockende Dialog
Betriebsrat und Geschäftsführung reden nur noch über Anwälte. Eine Systemeinführung oder eine neue Arbeitszeitregelung hängt seit einem Jahr.
Passende Rolle: Interim HR Manager im Werk
Im Werksumfeld passt fast immer die volle Rolle: Interim HR Manager in Vollzeit, mit Sitz in der Werksleitungsrunde, Verantwortung für Betriebsrat, Tarifanwendung, Schichtplanung und das HR-Team vor Ort. Die Aufgabe ist zu verflochten, um sie an festen Tagen aus der Ferne zu führen. Ich bin an den vereinbarten Tagen im Werk, kenne nach zwei Wochen jeden Schichtführer beim Namen und den Betriebsratsvorsitzenden vor der ersten Anhörung.
Steht eine Betriebsänderung im Vordergrund, läuft das als eigenständiges Projekt Restrukturierung und Sozialplan, drei bis sechs Monate, mit Ihrer Arbeitsrechtskanzlei im Rücken. Beides lässt sich kombinieren: Interim-Führung als Rahmen, Restrukturierung als Projekt darin.
Case Study: Talent Management und Mitbestimmung im Werk
In einem globalen Konsumgüterkonzern habe ich als HR Business Partner in Festanstellung Leistungsbeurteilung, Entwicklungsgespräche und Nachfolgeplanung für einen Unternehmensbereich von null aufgebaut: nicht als Konzernvorlage, die übergestülpt wird, sondern mit Kriterien, die die Führungskräfte mit erarbeitet haben und deshalb anwenden. Mit Betriebsrat kommt die Mitbestimmung nach § 87 BetrVG hinzu, die Reihenfolge bleibt dieselbe. Der ausführliche Fall, anonymisiert: Talent-Management aufgebaut: Leistungsbeurteilung, die Führungskräfte nutzen.
Eine Restrukturierung mit neu gewähltem Betriebsrat, ohne Einigungsstelle und ohne Klage, steht als zweites Beispiel unter Case Studies. Sie stammt aus einem Software-Scale-up, die Mechanik ist dieselbe: Bestandsaufnahme vor Entwurf.
So läuft ein Mandat im Werk ab
30 Minuten, direkt mit mir. Sie schildern Werk, Belegschaft, Tarifbindung und was ansteht. Innerhalb eines Werktags sage ich, ob und ab wann ich helfen kann.
Betriebsrat persönlich kennenlernen, laufende Verfahren, Fristen, Betriebsvereinbarungen, Schichtmodelle, offene Stellen. Das Tagesgeschäft läuft ab Tag eins weiter.
Anhörungen, Verhandlungen, Talent Management, Systeme. Wöchentlicher Bericht an die Geschäftsführung, eine Seite, mit den Punkten, an denen ich eine Entscheidung brauche.
Dokumentierte Prozesse und Vereinbarungen, offene Themen mit Status, auf Wunsch die eingearbeitete Personalleitung in Festanstellung.
Häufige Fragen zu HR Interim in Industrie und Maschinenbau
Haben Sie Werksumfeld-Erfahrung?
Schichtbetrieb im Werk habe ich nicht in eigener Linienverantwortung geführt, das sage ich offen. Was ich mitbringe, ist Industrieerfahrung mit Restrukturierung und Mitbestimmung: eine Reorganisation über neun Länder in drei Monaten in einem Software-Unternehmen, Talent-Management-Prozesse in einem Konsumgüterkonzern, Systemeinführungen mit Betriebsratsverhandlung in einer Bank. Schichtpläne, Zeitkonten und Tarifentgelt nehme ich in der ersten Woche mit Ihrer HR-Arbeit und dem Betriebsrat auf.
Übernehmen Sie auch Restrukturierungen mit Sozialplan?
Ja, das ist ein eigenständiges Projekt: Interessenausgleich und Sozialplan mit dem Betriebsrat verhandelt, Sozialauswahl dokumentiert, Fristen und Massenentlassungsanzeige im Kalender. Details unter Restrukturierung und Sozialplan.
Kennen Sie die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie?
Ich arbeite seit Jahren mit Tarifbindung, Entgeltgruppen und den daraus folgenden Betriebsvereinbarungen. Für tarifrechtliche Detailfragen ziehe ich Ihren Verband oder Ihre Kanzlei hinzu, statt sie zu ersetzen.
Wie gehen Sie mit einem Betriebsrat um, der seit 20 Jahren im Amt ist?
Mit Respekt vor dem, was er weiß, und mit einer Bestandsaufnahme statt einem fertigen Konzept in der ersten Sitzung. Gewachsene Gremien reagieren erfahrungsgemäß auf Transparenz, nicht auf Tempo.
Sind Sie vor Ort im Werk?
Ja, im Werksumfeld ist Präsenz Pflicht, mindestens an festen Tagen pro Woche. In Rhein-Main regelmäßig, darüber hinaus hybrid mit vereinbarten Präsenztagen, abgestimmt auf Schichtbetrieb und Betriebsratssitzungen.
Wie schnell können Sie starten?
In der Regel innerhalb von zwei Wochen nach Beauftragung. Bei einer angekündigten Betriebsänderung lohnt ein Start vor der ersten Betriebsratssitzung, nicht danach.
