Die Arbeitgeberlandschaft in München
München ist einer der wettbewerbsintensivsten Arbeitgebermärkte Deutschlands. Im Norden der Stadt, in Milbertshofen und Freimann, prägen Automobilhersteller und ihre Entwicklungszentren das Bild, in Neuperlach und Perlach sitzen Elektronik und Halbleiter, in Schwabing und im Werksviertel am Ostbahnhof Software-Unternehmen und Konzerntöchter, in Bogenhausen und der Maxvorstadt die Versicherungswirtschaft mit ihren Rückversicherern und Erstversicherern. Vor den Toren der Stadt kommen Garching mit Forschung und Technologie, Unterföhring und Ismaning mit Medien und Versicherung, Martinsried mit Biotechnologie und Medizintechnik sowie Ottobrunn und Taufkirchen mit Luft- und Raumfahrt hinzu.
Für mittelständische Unternehmen und Scale-ups mit 50 bis 500 Mitarbeitenden bedeutet das: Eine offene HR-Leitungsstelle zieht sich in München besonders lange hin, weil die Konzerne mit Gehaltsstrukturen, Betriebsrenten und Standortprestige werben, die ein Mittelständler nicht ohne weiteres mitgehen kann. Erfahrungsgemäß liegt die Suchdauer bei fünf bis acht Monaten, bei Profilen mit Tarif- und Betriebsratserfahrung am oberen Ende. Dazu kommen die Lebenshaltungskosten der Stadt, die Zuzug von außen erschweren und die Kandidatenbasis auf den Großraum begrenzen.
Gleichzeitig hat München eine starke Zulieferstruktur nach Augsburg, Ingolstadt und Landshut, in der viele Unternehmen zwischen 100 und 500 Mitarbeitenden liegen, tarifgebunden sind und gerade den Wandel vom Verbrenner zur Elektromobilität durchlaufen. Restrukturierung, Qualifizierung und Werksverlagerung sind dort keine Ausnahmethemen, sondern der aktuelle Normalfall für HR.
Typische Einheiten, mit denen HR in München arbeitet
Die Organigramme Münchner Unternehmen ähneln sich stärker, als es die Branchenvielfalt vermuten lässt. Für ein Interim-Mandat sind diese Einheiten die Gegenüber, mit denen ich ab der ersten Woche arbeite.
Typische HR-Lagen in Münchner Unternehmen
Die HR-Leitung geht zum Konzern
Nach drei Jahren im Mittelstand wechselt die Personalleitung in eine Konzernzentrale im Münchner Norden. Die Nachbesetzung dauert, das Werk und der Betriebsrat brauchen trotzdem jede Woche Entscheidungen.
Der Umbau im Zulieferbetrieb
Der Auftrag für Verbrennerkomponenten läuft aus, ein Teil des Werks muss umqualifiziert oder abgebaut werden. Interessenausgleich, Sozialplan, Transfergesellschaft, alles unter Beobachtung der IG Metall.
Die Tochter bekommt neue Regeln
Die Zentrale in den USA oder Asien führt ein globales HRIS, eine neue Bonuslogik oder ein Rückkehrgebot ins Büro ein. In München muss das durch Betriebsrat und deutsches Recht, bevor es gilt.
Tarif und Betriebsrat: die Münchner Mitbestimmungskultur
Viele Münchner Unternehmen im industriellen Umfeld sind tarifgebunden, meist über den Flächentarifvertrag der bayerischen Metall- und Elektroindustrie, oder orientieren sich zumindest daran. Der Betriebsrat ist erfahren, gut vernetzt mit der Gewerkschaft und gewohnt, dass HR Anhörungen vollständig, fristgerecht und mit Begründung vorlegt. Wer als Interim HR Manager mit einer Kündigung ohne ordentliche Anhörung nach Paragraf 102 ankommt, hat das Mandat in der zweiten Woche verloren, unabhängig davon, wie gut die restliche Arbeit ist.
Restrukturierungen und Systemumstellungen brauchen in München deshalb besonders sorgfältige Vorbereitung. Ein Interessenausgleich mit Sozialplan wird hier nicht in zwei Sitzungen verhandelt, und eine Einigungsstelle ist keine Drohung, sondern ein Instrument, das beide Seiten kennen. Eine Reorganisation über neun Länder habe ich in einem Software-Unternehmen in drei Monaten umgesetzt, in Übereinstimmung mit Arbeitsrecht und Mitbestimmung, mit Planung, Gremien, Kommunikation und den Gesprächen selbst. Bei einem Sozialplan arbeite ich mit Ihrer Arbeitsrechtskanzlei zusammen, statt sie zu ersetzen.
In den Technologie-Unternehmen in Schwabing, im Werksviertel und in Garching sieht es anders aus: Dort gibt es oft keinen Betriebsrat oder einen jungen, der noch seine Rolle sucht. Hier liegt die Aufgabe eher darin, der Geschäftsführung zu erklären, was Mitbestimmung bei Arbeitszeit, Systemen und Kündigungen bedeutet, bevor ein Vorgang zum Verfahren wird. Wie ein Projekt mit Betriebsratsverhandlung abläuft, steht unter Restrukturierung und Sozialplan.
Präsenzmodell: hybrid ab Frankfurt, ICE in gut drei Stunden
Mein Standort ist Frankfurt am Main. Nach München fahre ich mit dem ICE ab Frankfurt Hauptbahnhof über Nürnberg, die Fahrt dauert gut drei Stunden bis München Hauptbahnhof. Typisch sind zwei bis drei zusammenhängende Präsenztage pro Woche, etwa Dienstag bis Donnerstag, mit remote arbeitenden Tagen davor und danach. Die Fahrzeit nutze ich für Wochenbericht, Dokumentation und Vorbereitung, sie ist Arbeitszeit, kein Leerlauf.
Innerhalb des Großraums bin ich mobil: Garching, Unterföhring, Ismaning und Martinsried mit U-Bahn und S-Bahn, Augsburg mit dem ICE in rund 30 Minuten, Ingolstadt mit dem Regionalzug in rund 45 Minuten. Ein Werk in Augsburg und eine Zentrale in München lassen sich in einem Präsenzblock kombinieren. Bei Betriebsratsverhandlungen, Werksumbau oder Personalabbau erhöhe ich die Präsenz auf die volle Woche, weil Betriebsrat und Belegschaft in diesen Phasen ein Gesicht brauchen und keinen Videocall. Reise und Übernachtung regelt der Dienstvertrag pauschal.
Unternehmen, die nur ein bis zwei Tage pro Woche HR-Leitung brauchen, finden das passende Modell unter Fractional HR. Standorte ohne festes Büro oder mit komplett verteilten Teams führe ich remote, siehe Interim HR remote in DACH.
Sprache und Konzernvorgaben in München
München hat mehr Konzerntöchter mit englischsprachiger Führung, als man von außen vermutet: amerikanische Software- und Halbleiterunternehmen, asiatische Elektronikkonzerne, europäische Versicherer und Industriegruppen mit DACH-Zentrale in der Stadt. Die Führungsrunde spricht Englisch, die Konzern-HR sitzt in Kalifornien, Tokio oder Zürich, und die deutsche HR-Leitung übersetzt in beide Richtungen: globale Richtlinien in deutsches Recht, deutsche Mitbestimmung in Konzernlogik.
Ich habe diese Rolle in mehreren Stationen ausgefüllt, unter anderem als HR Manager in einem Konsumgüterunternehmen, wo ich eine Region von 70 auf über 100 Mitarbeitende skaliert habe. Praktisch heißt das in München: Betriebsvereinbarungen, Anhörungen und Zeugnisse entstehen auf Deutsch, der wöchentliche Bericht an die Zentrale auf Englisch, und wenn eine globale Richtlinie gegen den Tarifvertrag oder das Betriebsverfassungsgesetz läuft, sage ich das der Zentrale, bevor der Betriebsrat es tut. Mehr zu dieser Konstellation unter HR Interim für internationale Töchter, zur Industrie unter HR Interim für Industrie und Maschinenbau.
Häufige Fragen zu Interim HR in München
Haben Sie Erfahrung mit tarifgebundenen Unternehmen?
Ja, aus einer Bank und einem Konsumgüterkonzern, beide mit ausgeprägter Mitbestimmung und erfahrenen Betriebsräten. Tarifzuordnung und Entgeltgruppen prüfe ich in der Bestandsaufnahme mit Ihrer bisherigen HR-Arbeit und, wo nötig, mit Ihrer Kanzlei. Schichtbetrieb im Werk habe ich nicht in eigener Linienverantwortung geführt.
Wie schnell können Sie in München starten?
Nach Beauftragung in der Regel innerhalb von zwei Wochen. Ob Ihr Wunschtermin möglich ist, sage ich im Erstgespräch, das per Video oder bei meinem nächsten Aufenthalt in München persönlich stattfindet.
Wie oft sind Sie in München vor Ort?
Typisch sind zwei bis drei zusammenhängende Präsenztage pro Woche, mit dem ICE ab Frankfurt in gut drei Stunden. In Phasen mit Betriebsratsverhandlung, Werksumbau oder Personalabbau bin ich die volle Woche vor Ort.
Arbeiten Sie auch für Unternehmen in Garching, Unterföhring oder Augsburg?
Ja. Garching, Unterföhring, Ismaning und Martinsried erreiche ich mit U-Bahn und S-Bahn ab München Hauptbahnhof. Augsburg und Ingolstadt liegen mit Regionalzug oder ICE 30 bis 45 Minuten entfernt und lassen sich in den Präsenzblock einbauen.
Wir sind die deutsche Tochter eines Konzerns. Kennen Sie diese Konstellation?
Ja, aus mehreren Stationen bei amerikanischen Konzernen und einer internationalen IT-Gruppe. Globale Richtlinien in deutsches Arbeitsrecht und Mitbestimmung zu übersetzen ist ein Kernteil meiner Arbeit.
Was unterscheidet Sie von einem Münchner Interim-Provider?
Beim Provider sprechen Sie mit einem Vermittler, der aus einem Pool auswählt und eine Marge aufschlägt. Bei mir sprechen Sie ab der ersten Minute mit der Person, die das Mandat übernimmt, ohne Aufschlag und ohne Filter dazwischen.
