Wann Outplacement ansteht

Outplacement wird meist dann Thema, wenn eine Trennung entschieden ist und die Frage bleibt, wie sie fair abläuft. Manchmal geht es um eine einzelne Führungskraft, deren Position wegfällt. Manchmal um zwanzig Stellen in einer Restrukturierung, bei der der Betriebsrat eine Transferleistung im Sozialplan verlangt. Und manchmal um einen Aufhebungsvertrag, der ohne ein Angebot zur Begleitung nicht unterschrieben würde. Drei Lagen, die ich in meinen Mandaten am häufigsten sehe:

Einzelne Trennung auf Führungsebene

Eine Position wird gestrichen oder neu besetzt. Die Person hat lange für das Unternehmen gearbeitet, die Trennung soll das Verhältnis nicht zerstören.

Stellenabbau mit Sozialplan

Mehrere Stellen fallen weg, der Betriebsrat verhandelt eine Transferleistung. Ein Gruppenprogramm gibt allen Betroffenen dasselbe Angebot.

Aufhebungsvertrag statt Kündigung

Das Unternehmen will eine Klage vermeiden, die Person will Sicherheit für den nächsten Schritt. Outplacement macht das Angebot annehmbar.

Persönlich statt Agentur

Die meisten Outplacement-Anbieter arbeiten mit einem Vertrieb, der das Programm verkauft, und einem Netzwerk von Coaches, die es durchführen. Die betroffene Person lernt ihren Coach nach Vertragsunterschrift kennen, das Unternehmen bekommt Berichte aus einem Portal. Das Modell skaliert, aber es trennt die Verantwortung von der Durchführung.

Bei mir gibt es diese Trennung nicht. Wer im Erstgespräch mit mir spricht, spricht mit der Person, die anschließend die Begleitung führt. Ich habe in Festanstellung als HR Manager und Head of People Trennungsgespräche geführt, Sozialpläne mit dem Betriebsrat verhandelt und Abfindungen berechnet, in Finanzdienstleistung, Konsumgütern und Software. Ich weiß, was in der Stunde nach dem Gespräch in der betroffenen Person passiert, und ich weiß, was die Geschäftsführung in derselben Stunde von HR erwartet.

Das hat eine Grenze, und die nenne ich offen: Ich begleite Programme selbst, also nicht fünfzig Personen gleichzeitig. Für Gruppenprogramme ab fünf Personen arbeite ich mit festen Terminen und Gruppenformaten, damit die Qualität dieselbe bleibt. Für einen Abbau von mehreren hundert Stellen bin ich nicht der richtige Anbieter, und das sage ich im Erstgespräch.

Was die Begleitung umfasst

Ein Programm hat sieben Bausteine, die ich je nach Seniorität und Laufzeit gewichte. Bei Fachkräften liegt der Schwerpunkt auf Unterlagen und Bewerbungsstrecke, bei Führungskräften auf Positionierung und Marktansprache, bei Geschäftsführung auf dem verdeckten Markt und der Vertragsverhandlung.

  1. StandortbestimmungWas die Person kann, was sie will, was der Markt in ihrer Region und Branche gerade hergibt. Ehrlich, nicht motivierend.
  2. UnterlagenLebenslauf, Anschreiben, Profiltexte, aus Sicht der Person, die sie später liest. Keine Vorlage von der Stange.
  3. MarktanspracheZielunternehmen, Netzwerk, Personalberater, Stellenportale. Bei Führungskräften der verdeckte Markt, der nie ausgeschrieben wird.
  4. InterviewvorbereitungÜbungsgespräche mit den Fragen, die in Interviews tatsächlich gestellt werden, inklusive der Frage nach dem Grund der Trennung.
  5. VertragsverhandlungGehalt, Probezeit, Nebenabreden im neuen Vertrag. Aus der Erfahrung, wie Arbeitgeber intern über Angebote entscheiden.
  6. Start in der neuen PositionDie ersten Wochen begleitet, damit die Probezeit nicht zur zweiten Trennung wird.
  7. Rückmeldung ans UnternehmenEin aggregierter Statusüberblick in festen Abständen, ohne Inhalte aus Einzelgesprächen.

So läuft die Zusammenarbeit ab

Vom ersten Anruf bis zum Start der Begleitung vergehen in der Regel wenige Tage. Der Ablauf ist bei Einzel- und Gruppenprogrammen derselbe, nur die Termine unterscheiden sich.

Tag 1Erstgespräch

Sie schildern Fallzahl, Zeitrahmen und die Lage im Unternehmen. Ich sage, welches Programm passt, oder ob Sie gerade keines brauchen.

Tag 2 bis 3Angebot

Ein konkretes Angebot nach Seniorität und Laufzeit, für eine Person oder eine Gruppe. Kein Paket von der Stange.

Ab Woche 1Begleitung

Erstgespräch mit jeder betroffenen Person, dann feste Termine über die Laufzeit. Vertraulich, per Video oder vor Ort.

LaufendRückmeldung

Sie bekommen in festen Abständen einen Statusüberblick, aggregiert, ohne Details aus den Gesprächen.

Drei Programme nach Seniorität

Die Programme unterscheiden sich nach der Seniorität der betroffenen Person, weil sich damit der Arbeitsmarkt unterscheidet: Eine Fachkraft findet über Stellenportale, eine Führungskraft über Netzwerk und Personalberater, eine Geschäftsführung fast nur über den verdeckten Markt. Die Laufzeit wählen Sie in jedem Programm zwischen drei und neun Monaten.

FachkräfteStandardUnterlagen, Bewerbungsstrecke, Interviewtraining. Für Fach- und Projektrollen mit sichtbarem Markt.
FührungskräftePremiumDazu Positionierung, Netzwerkstrategie, Ansprache von Personalberatern und der Umgang mit dem Grund der Trennung im Gespräch.
GeschäftsführungExecutiveVerdeckter Markt, Aufsichtsrats- und Beiratsoptionen, Vertragsverhandlung auf Ebene Geschäftsführung und Bereichsleitung.

Gruppenprogramm ab fünf Personen: dasselbe Vorgehen für alle Betroffenen, mit Gruppenterminen für Unterlagen und Interviewtraining und Einzelgesprächen für Standortbestimmung und Marktansprache.

HR, Betriebsrat und Vertraulichkeit

Outplacement steht in einem Dreieck: Das Unternehmen bezahlt, die betroffene Person nimmt teil, der Betriebsrat hat bei Sozialplänen mitverhandelt. Damit das funktioniert, gilt eine Regel ohne Ausnahme: Was in den Gesprächen mit der betroffenen Person besprochen wird, bleibt dort. Das Unternehmen erfährt, ob die Person teilnimmt, in welcher Phase das Programm ist und wann eine Zusage vorliegt. Es erfährt nicht, bei wem sie sich bewirbt, was sie über den alten Arbeitgeber denkt oder welches Gehalt sie verhandelt.

Mit dem Betriebsrat stimme ich das Programm vor dem Start ab, wenn es Teil eines Sozialplans ist. Erfahrungsgemäß erhöht das die Teilnahmequote deutlich, weil der Betriebsrat das Angebot dann aktiv empfiehlt, statt es zu dulden. Läuft die Restrukturierung selbst noch, greifen beide Projekte ineinander: Restrukturierung und Sozialplan regelt die Trennung, Outplacement den Weg danach.

Wie das Trennungsgespräch selbst geführt wird, damit die Person überhaupt bereit ist, ein Programm anzunehmen, steht im Artikel Trennungsgespräch führen.

Wie sich die Kosten zusammensetzen

Ein Programm wird mit einem Monatssatz und einer Laufzeit vereinbart. Monatssatz mal Laufzeit ergibt einen Kostendeckel, und mehr als diesen Deckel zahlen Sie in keinem Fall, auch wenn die Platzierung länger dauert als geplant. Bei Laufzeiten ab sechs Monaten begleite ich nach Erreichen des Deckels ohne weitere Rechnung weiter, bis die Stelle steht, solange die betroffene Person im vereinbarten Rahmen aktiv mitsucht.

Gelingt die Platzierung in der ersten Hälfte der Laufzeit, ist ein Bonus in Höhe eines Monatssatzes vereinbart. Ein längerer Prozess bringt mir also nichts außer mehr Aufwand, mein Interesse ist Tempo, nicht Rechnungsdauer. Für Einzelberatung ohne Programm gilt ein Stundensatz. Das konkrete Angebot besprechen wir im Erstgespräch. Was Outplacement am Markt typischerweise kostet und woran Sie ein faires Angebot erkennen, steht im Artikel Was kostet Outplacement für Unternehmen.

Häufige Fragen zu Outplacement

Outplacement oder Newplacement, was ist der Unterschied?

Im Kern dasselbe Leistungsfeld mit anderem Blickwinkel. Newplacement betont den nächsten Schritt der betroffenen Person statt den Austritt aus dem alten Unternehmen. Bei mir bekommen Sie beides in einem: eine faire Trennung und eine Begleitung, die von der ersten Sitzung an auf die neue Position ausgerichtet ist.

Wie schnell kann die Begleitung starten?

In der Regel innerhalb weniger Tage nach dem Erstgespräch. Ich arbeite ohne Agenturapparat, deshalb entfallen interne Abstimmungsschleifen und die Zuweisung an einen Coach aus dem Netzwerk.

Ist die Begleitung vertraulich?

Ja. Jedes Gespräch mit einer betroffenen Person bleibt zwischen ihr und mir. Das Unternehmen erhält einen aggregierten Statusüberblick, nie den Inhalt einzelner Gespräche.

Funktioniert das auch bei größerem Stellenabbau?

Ja, über das Gruppenprogramm ab fünf Personen. Alle Betroffenen bekommen dasselbe strukturierte Vorgehen, persönlich begleitet und abgestimmt mit HR und, wo vorhanden, dem Betriebsrat. Läuft parallel eine Restrukturierung mit Sozialplan, greifen beide Projekte ineinander.

Muss die Begleitung vor Ort in Frankfurt stattfinden?

Nein. Die Begleitung läuft überwiegend per Video, deutschlandweit. Für Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet sind persönliche Termine in Frankfurt auf Wunsch möglich.

Was unterscheidet das von einer klassischen Outplacement-Agentur?

Sie sprechen mit der Person, die die Begleitung selbst durchführt, nicht mit einem Vertrieb, der an ein Coach-Netzwerk vermittelt. Ich habe Trennungsprozesse in Festanstellung als HR Manager und Head of People selbst verantwortet und kenne beide Seiten des Gesprächs.

Wie lange dauert ein Programm?

Die Laufzeit wählen Sie zwischen drei und neun Monaten, abhängig von Seniorität und Arbeitsmarkt der betroffenen Person. Bei längeren Laufzeiten begleite ich nach Erreichen des Kostendeckels weiter, bis die Stelle steht, solange die Person aktiv mitsucht.